Hochfügen – Es muss nicht immer hochalpin sein

Man muss nicht immer unendlich viele Höhenmeter zu Fuß überwinden, um wunderschöne Bergkulissen zu erleben. Hochfügen liegt auf ca. 1.500 m und man ist eigentlich schon mitten drin. Mit dem Auto fährt man von Fügen nach Hochfügen in ca. 15 Minuten. Dank ausgeprägten Wintertourismus gibt es auch kein Parkplatzproblem. Ich selber verbringe einige Tage im Berghotel Hochfügen, wo ich quasi somit schon vor Ort bin.

Auch wenn Hochfügen ein guter Startpunkt für hochalpine Wanderungen ist und auch viele Wanderer von dort zur fünften Etappe des Fernwanderwegs von Tegernsee nach Sterzing aufbrechen, so kann man auch „seichte“ Wanderungen unternehmen.

Vier-Almen-Marsch Hochfügen ©Andrea Düring
Vier-Almen-Marsch

Eine dieser Wanderungen ist der Vier-Almen-Marsch, so die offizielle Bezeichnung auf den Wegweisern. Die Wanderung startet am vorderen Parkplatz und die erste Etappe zur Holzalm geht steil bergauf. Die Hütten auf der Holzalm dienen wohl Wochenendurlaubern als Domizil zum Skifahren, denn ich treffe dort keine Menschen an und die Alm wirkt recht verlassen. Weiter geht es leicht bergan zur Viertelalm. Die Viertelalm ist bewirtschaftet und man läuft mitten durch die Höfe mit Katzen, Hühnern und Kühen. Steil bergab und quer übers Feld führt der Weg zur Pfundsalm.

Ich lege einen Zwischenstopp mit einer Brotzeit aus dem Rucksack ein und genieße das Wasserrauschen des nahegelegenen Baches und den Blick auf die Berge. Von der Pfundsalm führt der Wege zunächst über eine Wiese und durch den Wald zur Lamarkalm. Dies Alm liegt am Rande eine Skipiste und der Abstieg nach Hochfügen erfolgt in Serpentinen quer über die Skipiste mit den am Rande stehenden Anlagen für die Erzeugung von künstlichem Schnee. Nach ca. dreieinhalb Stunden bin ich wieder in Hochfügen. Der Vier-Almen-Marsch führte mich ein gutes Stück in das Finsingtal in den Tuxer Voralpen mit vielen schönen Ausblicken auf die Tuxer Berge. Einziger Wermutstropfen bei dieser Wanderung, oder vielleicht auch nicht?! – Es gibt keine Einkehrmöglichkeit unterwegs. Und ich hätte so eine Lust auf einen Kaiserschmarren.

Quellenweg und Huberwinkelalm
Huberwinkelalm Hochfügen©Andrea Düring

Ich erinnere mich, dass ich zu Beginn meiner Wanderung auf einen Wegweiser zur Huberwinkelalm gestoßen bin, die allerdings am Quellenweg in der entgegengesetzten Richtung liegt. Das Schild mit den gebrannten Buchstaben hat mich neugierig gemacht, ist die Alm genauso schön, wie es das Schild verspricht? Nun beschließe ich, es noch herauszufinden und auf geht´s, es wird weitergewandert. Zunächst geht der Weg einige Zeit am Bach entlang in Richtung Fügen. Nach ca. einer Stunde taucht am Wegrand ein ähnlich schönes Schild zur Alm auf. Es geht ein ganzes Stück bergauf, ein letzter Abzweig und ich habe die Alm erreicht. Die Huberwinkelalm liegt wunderschön und man hat einen tollen Blick auf die umliegenden Berge.

Huberwinkelalm Hochfügen©Andrea Düring

Es wird Hausmusik gemacht und alle Gäste unterhalten sich angeregt. Auch für Speis und Trank ist gesorgt. Der Kaiserschmarren ist ein Traum. Das Essen ist sehr lecker und die Portionen sind so reichlich, dass man auch mit großem Hunger satt davon wird. Mein Fazit, die Huberwinkelalm ist so schön, wie das Schild verspricht, und wenn man in der Gegend ist, sollte man dort unbedingt einen Stopp einlegen.

Weiter geht es zu Kegelalm. Der Weg führt mitten durch den Hof und auch hier hört und riecht man den Kuhstall. Noch ein Stück weiter bergauf und ich bin auf dem Quellenweg angekommen. Dieser Weg wurde schon vor längerer Zeit angelegt und er macht seinem Namen alle Ehre. Unendlich viele kleine Bachläufe schlängeln sich den Berg hinab. Ein Wassertretbecken mit Sitzgelegenheit lädt zum Verweilen ein. Viele Holzskulpturen, durch die das Wasser läuft, zieren den Wegesrand. Ca. zweieinhalb Stunden nach dem Start komme ich wieder in Hochfügen an.

Auch auf dieser kleinen Wanderung habe ich die ganze Zeit die Berge genossen, nicht von oben, aber dafür mittendrin.

Text und Bilder ©Andrea Düring

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