Die Hollerhöfe in der Oberpfalz als Quelle der Entspannung

Waldeck ©Petra Keller

Fast genau in der Mitte Europas, im sogenannten Oberpfälzer „Länderdreieck“ zwischen Bayern, Sachsen und Tschechien, ca. 30 Minuten von Bayreuth entfernt, liegen in dem Dorf Waldeck bei Kemnath die Hollerhöfe.

Die Hollerhöfe sind eigentlich kein typisches Hotel, aber auch keine Ferienappartements, es ist schon ein besonderes Konzept. Gibt es woanders sogenannte Chaletdörfer, welche kleine luxuriöse Feriendörfer sind, handelt es sich bei den Hollerhöfen eher um Häuser mit Zimmern und Appartements, die mitten in einem natürlichen, wenn auch etwas verschlafenen, dafür aber idyllischem Dorf liegen.

Die Häuser der Hollerhöfe

Mit viel Liebe zum Detail wurden hier historische und teilweise denkmalgeschützte Häuser mitten im Dorf renoviert. Bisher sind es vier Häuser, darunter das geschichtsträchtige Kößlerhaus, das Schreiberhaus, das Schusterhaus und die Kanzlei.

Die Wohnhäuser sind im Dorf verteilt und werden ergänzt durch zentrale Gebäude und Einrichtigungen der Hollerhöfe – wie etwa das Landhaus, den weitläufigen Garten und die Tagungsscheunen. Dieses Jahr kommt noch ein weiteres denkmalgeschütztes Haus dazu, die Manufaktur, eine Erlebnis-Küche, die unter anderem für Kochworkshops oder das gemeinsame Verarbeiten von Kräutern, Blüten und Früchten genutzt werden soll.

Alle Dorfhäuser der Hollerhöfe verbindet ein dörflicher Charme mit modernem Komfort hinter einer historischen Fassade. Jedes von ihnen erzählt auch ein Stück Waldecker Geschichte. Die Zimmer und Appartements bieten sehr viel Platz.

Das Kößlerhaus

Das Kößlerhaus ehrt einen berühmten Bürger Waldecks, den Oberpfälzer Komponisten Hans von Koessler. Auf drei Stockwerken befinden sich im Kößlerhaus helle Zimmer in freundlichen Grün- und Erdtönen, mit Bädern, sowie ein Appartement mit Küchenzeile.

Das Schreiberhaus

Das Schreiberhaus hat seinen Namen von dem Dorfschreiber, der hier die letzten Jahrhunderte wohnte und alle wichtigen Ereignisse des Dorfes schriftlich festhielt. Auf drei Stockwerken verteilen sich in diesem größten Dorfhaus der Hollerhöfe insgesamt sieben Appartements mit einem oder zwei Zimmern. Das Appartement Deluxe im Dachgeschoss zeichnet sich durch seine hohen Dachbalken und großen Flächen aus, in denen Kinder sogar auf einer Schaukel durch den Raum schwingen können.

Das Schusterhaus

Das Schusterhaus ist eines der kleinsten und ältesten Gebäude im Dorf Waldeck, dessen Mauern bis ins 18. Jahrhundert zurückreichen. Ohne die Struktur des Hauses zu verändern, sind hier drei Appartements auf zwei Stockwerken entstanden, welche durch aufbereitete Steinmauern und Fachwerkgiebel eine besonders urige Atmosphäre haben.

Die Kanzlei

Die Kanzlei diente vor über 200 Jahren als Armenhaus, Flüchtlingsheim und Ausnüchterungszelle, bevor sie in den 1960er Jahren die Gemeindekanzlei, später die Feuerwehr und zuletzt den Waldecker Karnevalsverein beherbergte. Anders als die anderen Häuser wurde das Haus 2015 abgerissen und komplett neu aufgebaut. Hier gibt es auf drei Etagen sechs Zimmer und Appartements.

Die Scheunen als Ort zum Arbeiten und Feiern

Die Scheunen sind als Tagungs- oder Veranstaltungsscheunen mit modernster Technik ausgerüstet und bieten viel Platz und Möglichkeit zum Arbeiten, und auch mit jeweiliger Küche und Bar, zum anschließenden Feiern.

Das Landhaus „Zum Hirschen“

Alle Dorfhäuser und Scheunen der Hollerhöfe sind nur wenige Gehminuten vom zentralen Haupthaus, dem Landhaus „Zum Hirschen“, entfernt. Hier befindet sich neben weiteren Einzel- und Doppelzimmern, die Rezeption und auch ein kleiner gemütlich eingerichteter Wohlfühlbereich mit einigen wenigen Fitnessgeräten, einer Finnischen- und einer Infrarotsauna, sowie Sitz- und Liegemöglichkeiten zum Entspannen. Im Landhaus befindet sich auch der Frühstücksraum, der abends ebenfalls als Restaurant genutzt wird. Frühstück ist übrigens nicht in den Zimmerpreisen enthalten und muss extra dazu gebucht werden.

Woher kommt der Name der Hollerhöfe
Hausansicht Hollerhöfe ©Petra Keller

Der Holunder, Pflanze mit weißen Blüten und dunkelroten Beeren hat viele Namen, Holder, Fliegenbeerbusch oder eben Holler. Und der wächst und gedeiht zahlreich in Waldeck und gab den Hollerhöfen ihren Namen, denn die Inhaberin Elisabeth Zintl hat eine Leidenschaft für die regionale Pflanzen- und Kräuterwelt.

Holler ist nicht nur in der Oberpfalz als Schutzbaum für Garten und Haus bekannt, sondern vereint gleich mehrere Vorteile hinsichtlich seines Nutzens und seiner heilenden Wirkungen. Als wertvolle Heilpflanze wurde der Holunder schon in der Antike geschätzt, seine Blätter und Blüten dienten gar als Schutz vor Hexerei und bösem Zauber. Wer Holler verschenkt, übergibt laut Tradition Wünsche zur Geborgenheit, Liebe, Heimat, Glück, Frieden und Wohlstand.

Nicht nur im Garten der Hollerhöfe ist der Holler zu finden, sondern auf einer eigens angelegten Holunderwiese, wo Elisabeth Zintl zusammen mit ihrer Familie die zarten Blüten und Beeren von Hand pflückt und anschließend zu Produkten verarbeitet, wie etwa Holunder-Secco, Holunder-Balsamico oder Ginholla, ein Gin-Holunderblütenlikör, die im Hotel verwendet oder dort verkauft werden.

Elisabeth Zintl und der Holler ©Hollerhöfe
Gastgeberin und Botschafter ihrer Heimat

Elisabeth Zintl ist in einem Waldecker Gasthof mit einigen wenigen Fremdenzimmern aufgewachsen und hat die Hollerhöfe zusammen mit ihrer Familie, ihrem Ehemann und ihren drei Kinder, neben dem Gasthof der Eltern aufgebaut. Ihre Heimatliebe und Naturverbundenheit hat sie dieses Hotelkonzept entwickeln lassen. Gerne erzählt sie ihren Gästen, wo das eine oder andere verwunschene Plätzchen in der Natur zu finden ist. Sie möchte einfach jedem die Schönheit ihrer Heimat, der Oberpfalz, nahebringen.

Um die reine Natur der Hollerhöfe zu spüren, brauchen die Gäste bloß einen Fuß vor die Tür ihrer Dorfhäuser zu setzen. Denn überall laden lauschige Plätze im Grünen zum Verweilen und Entspannen ein. Die umliegenden Wälder Waldecks eignen sich ideal, um zur Ruhe zu kommen.

In der Nähe der Hollerhöfe beginnt der Marterlweg, ein 7,2 Km langer Geh-Dankenweg durch Wald und über Wiesen mit 13 Marterln, Tafeln mit Bildern und Texten, die zum Nachdenken anregen sollen.

Der Wald als kulinarisches Erlebnis

Und nur wenige Gehminuten entfernt ist Deutschlands erster essbarer Wildpflanzenpfad, EWILPA genannt. Er erstreckt sich über fünf Kilometer und bietet seinen Besuchern zu jeder Jahreszeit ein kulinarisches Erlebnis der anderen Art. Ziel ist es, Gästen lang vergessene Lebensmittel und die Natur als Quelle dieser näherzubringen. Jedes Frühjahr wachsen und blühen so, an 13 Stationen entlang des Pfades, Kräuter und Feldfrüchte und laden Wanderer ein, sie zu probieren. Schautafeln entlang des Weges verbinden die einzelnen Stationen miteinander und bieten Informationen sowie eine Übersicht über den Wanderweg.

Die Oberpfalz, Historie und Natur
Schlossberg Waldeck ©Detlef Düring

In Sichtweite der Hollerhöfe liegt die Waldecker Burgruine auf dem Schlossberg. Der uralte ehemalige Landgrafensitz aus dem Jahr 1124 zählt zu den ältesten Burgen der Oberpfalz.

Rund um Waldeck bieten sich auch eine Vielzahl anderer spannenden Tages- und Wanderausflügen in die Region Oberpfalz an, ob in die sehenswerten historischen Städte Bayreuth oder Weiden, oder in die drei nahen Naturparks. Hier betreten Besucher das „Land der schlafenden Vulkane“ mit dem Steinwald, dem Hessenreuther Wald und dem südlichen Fichtelgebirge. Wanderer erwartet in der Umgebung ein echtes Goldstück: Der Qualitätswanderweg „Goldsteig“, der sich über insgesamt 600 Kilometer durch das größte zusammenhängende Waldgebirge Mitteleuropas zieht.

Natur geführt erleben

Für alle, die die Natur Ostbayerns nicht nur aktiv erleben, sondern auch besser verstehen wollen, gibt es die Naturerlebnisakademie der Hollerhöfe. Interessierte Gäste können dort besondere Kraftorte besuchen oder lernen in Seminaren alles Wissenswerte über Kräuter, Gesundheit und Lebensqualität und auch Waldbaden, was in Japan sogar als Medizin anerkannt (Shinrin Yoku) ist.

Marterlweg Waldeck ©Detlef Düring
Fazit:

Die Hollerhöfe in Waldeck in der Oberpfalz repräsentieren nicht nur Dorfidylle, sondern zeichnen sich auch durch zahlreiche Aktivitäten in der Natur aus, die die Seele zur Ruhe kommen und den Kopf frei werden lassen. Die waldreiche Gegend mit oft sehr verwunschenen Plätzchen in den Naturparks lassen eine auch bei einem Kurzaufenthalt schnell Erholung finden.

Ein wirkliches Highlight für uns war auch der erste essbare Wildpflanzenpfad, den wir mit Anja Putzer, einer wirklichen Wild- und Heikräuterkundigen besucht haben. Wir haben nicht nur viel gelernt, auch das Smoothie, das wir im Anschluss aus unseren gesammelten Kräutern gemacht haben, war sehr lecker und gesund. Das Geld für die Führung war wirklich gut angelegt.

Die Zimmer und Appartements sind wirklich geräumig, schön gemütlich und komfortabel eingerichtet. Frau Zintl und ihr Team sind sehr herzliche Gastgeber und selten habe ich so freundliche Mitarbeiter erlebt.

Schade nur, dass sich die Kräuter und Früchte aus der Umgebung, vielleicht auch jahreszeitlich bedingt, nicht so sehr am Frühstücksbuffet oder der Speisekarte wiederfanden, außer als Dekoration. Es gab zwar auf der Speisekarte ein oder zwei vegetarische Varianten zur Auswahl, aber eine vegane Auswahl fehlte leider gänzlich. Die Fleisch- und Fischgerichte haben aber sehr gut geschmeckt.

Alles in allem haben die wenigen Tage gereicht, dass wir gut erholt und mit neuen Kräften nach Hause zurückgekehrt sind. Schade, dass es nur so kurz war.

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